Ideen Lorenzo netz

Online-Lernen hat eine Revolution ausgelöst. Wer als Universität und Schule nicht mitmacht, wird überrollt.

Meine Mutter sagte mir vor paar Wochen: "Lorenzo, dieses Interview musst du unbedingt lesen! Ohne Dich zu kennen, untertsützt der MIT Präsident Deinen Beitrag auf dem Querdenkerforum in Zürich."

 

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In zehn Jahren werden wir völlig anders lernen als heute – sagt Rafael Reif, der Chef der weltweit einflussreichsten Technologie-Hochschule MIT in dem Interview mit Michael Furger.

Online-Lernen hat eine Revolution ausgelöst. Wer als Universität nicht mitmacht, wird überrollt. (Quelle: NZZ Webpaper)

Mich haben folgende Zeilen im Interview fasziniert: 

Wie werden die Universitäten nach der Revolution aussehen?

«An unseren Schulen und Universitäten wird im Grunde immer noch unterrichtet wie vor fast tausend Jahren. Wir haben zwar die Technik verbessert. Früher gab es nur Wandtafeln und Kreide, jetzt nutzen wir grosse Bildschirme und Powerpoint-Präsentationen. Aber die Situation blieb gleich: Es ist ein Unterricht in einem Klassenzimmer. 20 oder 200 Menschen hören jemandem zu, der doziert. Sie lernen passiv. Digitale Anwendungen ermöglichen nun, die Schüler und Studenten ganz anders zu erreichen.

Es gibt viele Dinge, die man als Student besser mithilfe von digitalen Lernprogrammen lernen kann als in einer Vorlesung. Der Vorteil ist, dass der Student die Programme nutzen kann, wo und wann er will. Er lernt, wenn er motiviert und aufnahmefähig ist. Damit wird an der Universität Zeit frei für die teurere und wertvollere Art des Lernens: für den persönlichen Austausch. In den nächsten zehn Jahren erleben wir eine Revolution im Bildungswesen.»

Vom Lernen zu Innovation (der Titel ist von mir)

«Die Ausbildung bei uns besteht aus drei Komponenten.

Erstens: das Lernen von bestehendem Wissen.

Zweitens: das Verbessern von bestehendem Wissen.

Drittens: die Anwendung des Wissens, um etwas Neues zu schaffen. Den letzten Punkt nennt man Innovation

Wer zu Hause alleine lernt, dem fehlt der Kontakt zu Mitstudenten und den Professoren.

Hier mache ich einen Ausflug zu einem Kommentar unter dem Interview mit mir, Tages Anzeiger Zürich:

"Mein erster Gedanke: Der arme Junge tut mir leid. Statt mit Kollegen etwas zu unternehmen, vielleicht den ersten Kuss von einem Mädchen zu bekommen, kurz, das reale Leben zu erleben, hockt er stundenlang am Computer. Augenprobleme und Schmerzen am Bewegungsapparat sind vorprogrammiert. Wie bin ich froh, dass es diesen ganzen Mist noch nicht gab, als ich jung war!"

und lese Rafael Reif weiter:    

«Digitales Lernen können wir nur für den ersten Teil nutzen. Aber wir gewinnen damit mehr Zeit für die beiden anderen Komponenten.» 

Wenn das reine Vermitteln von Informationen künftig digital erfolgt, lernt der Student zuerst für sich und geht erst dann in die Vorlesung.

Der Professor sagt dann: «Ihr habt euch dieses Wissen angeeignet. Ich habe folgendes Problem, das es zu lösen gibt.»

Es wird neue Modelle fürs Studium geben, zum Beispiel ein hybrides Modell, in dem Sie als Student vielleicht drei Monate lang zu Hause mit digitalen Programmen lernen. Daneben können Sie Ihrem Job nachgehen. Dann gehen Sie für einen Monat an die Universität und lernen im Klassenzimmer oder im Labor die Anwendung.

Im reinen Online-Modell werden Sie ausschliesslich zu Hause bleiben und virtuell lernen. Diese neuen Modelle wird es in Zukunft geben, und sie werden so erfolgreich sein wie das klassische Studium an einer Universität. 

Digitale Lernangebote werden dereinst in der Lage sein, auf virtueller Basis soziale Interaktion herzustellen, die so effektiv sein wird wie die reale Interaktion an der Universität.

Heute sage ich: Virtuelles Lernen funktioniert gut, doch die klassische Ausbildung mit Präsenz an der Uni ist immer noch das beste Modell für ein Studium. Aber ob ich das in zehn Jahren auch noch sagen werde, weiss ich nicht.

Wir haben mit unserer digitalen Lernplattform gesehen, wie sich Studenten untereinander organisieren und Probleme lösen – alles virtuell.»

Mein dringender Aufruf an alle Schulleiter, Lehrer, Medienerzieher, Sozialpädagogen, Lerncoaches:

"Bitte lesen Sie dieses Interview sehr sehr sehr aufmerksam! Es geht um meine Zukunft (Ich bin 13 Jahre alt). Diskutieren Sie mit uns darüber."