»Das Aufzeigen eines Wesens, Objekts, einer Sache oder Einheit ist mit einem Akt der Unterscheidung verbunden, der das Aufgezeigte von einem Hintergrund unterscheidet und damit von diesem trennt.

Granatapfel

Immer wenn wir auf etwas implizit oder explizit Bezug nehmen, haben wir ein Unterscheidungskriterium festgelegt, das das Kennzeichen dessen, von dem wir gerade sprechen und seine Eigenschaften als Wesen, Einheit oder als Objekt spezifiziert.

Es ist dies eine ganz alltägliche und nicht etwa eine besondere Situation, in der wir uns andauernd und notwendigerweise finden.« Maturana & Varela (Aus Der Baum der Erkenntnis, Seite 46)

Draw a Distinction!

Nach George Spencer-Brown lassen alle kognitiven Operationen auf distinction (das Unterscheiden von Sinndimensionen Sach-, Sozial-, Zeit-, Raum- und Symboldimension; Wirklichkeiten; Landschaften) zurückführen (1969).

Heinz von Foerster:

  Jede Wahrnehmung und Beobachtung kommt nur zustande, wenn unterschieden und bezeichnet wird.

  Jeder Beobachter erzeugt damit seine eigene Realität der Welt.

  Die Frage ist also nicht mehr, was ist das Wesen einer Sache, sondern: wie wird das, was als Realität zustande kommt, beobachtet? Mit Hilfe welcher Unterscheidungen arbeitet ein Beobachter? Und diese Frage kann der Beobachter zweiter Ordnung beantworten.

  Realitäten sind nach dieser Auffassung soziale Konstruktionen, denen nichts Objektives, nichts Wesenhaftes zugrunde liegt.

Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden!

Was ist der Unterschied zwischen Spannung und Strom?

Widerstand R (Ohm) = Spannung U (Volt) geteilt durch Strom I (Ampere

Das “Ohm’sche Gesetz” gibt an, wie viel Strom bei einer bestimmten Spannung fließen kann. Die Menge ist vom Widerstand R des Leiters abhängig.

"Ich bin gerade im Flow" bedeutet, dass der Strom ordentlicht fließt. Wie hoch ist Ihr Widerstand? Wie hoch ist Ihre Spannung?

Spaß beiseite: Ohne  die Unterscheidung Strom und Spannung kann der Widerstand nicht beschrieben werden.

Draw a distinction and form a unity!

Erleben | Handeln

System | Umwelt

Wissen | Unwissen

Wissen | Können

Wissen | Können

Trivial | Nichttrivial

Kompliziert | komplex

Motivierung | Motivation

bewerten | messen

Selbstreferenz | Fremdreferenz

führen | steuern

Methode | Theorie

Frontstage | Backstage

Verhaltenskultur | Wertekultur

kausale Koppelung | strukturelle Koppelung

Träge Märkte | Dynamische Märkte

Sie wollen auch die Einheiten bilden?

Üben Sie einfach!

"Die Soziologie steckt in einer Theoriekrise. Wir benutzen noch immer Begriffe aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die den Problemen der Gegenwart längst schon nicht mehr angemessen sind." - Niklas Luhmann

  Soziologische Systemtheorie

Versus-Charmanterie beschreibt das Denkmuster, Fachbegriffe ohne Vorqualifizierung (zum großen Teil ohne jegliche Ahnung) gegeneinander zu stellen, um sich wichtig zu machen.

Einige Paradebeispiele für das Schubladendenken:

- Effektivität versus Effizienz

- einfach versus komplex

- kompliziert versus trivial

- Agiles Projektmanagement versus klassisches Projektmanagement

- Projektmanagement versus Prozessmanagement

- top down versus bottom up

Ein Vorschlag an die Versus-Experten:

Deine rechte Gehirnhälfte versus deine linke Gehirnhälfte (Sorge dafür,dass die beiden Hälften interagierend funktionieren.)