Auf dem Weg zum Smart Anything werden Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzen

Auf dem Weg zum Smart Anything werden Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzen

© Prof. Dr. Fehmi Alagün - Istanbul/Graz

In seiner Eröffnungsansprache auf dem Bitkom Trendkongress über die digitale Zukunft am 25 November 2014 in Berlin sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf zur Begrüßung, er wolle sich "nicht mit Klein-Klein" beschäftigen, sondern "mit dem Big Picture, also den großen Trends bis 2020".

Big Data, Industrie 4.0, Intelligente Netze, Breitbandausbau und Wearables zählte er Schlüsselthemen unter dem Titel "Auf dem Weg zum Smart Anything werden Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzen".

Der Bitkom-Präsident unterstrich:

"Wir müssen in der Bevölkerung mehr um Lösungen werben und Überzeugungsarbeit leisten". Ein Negativ-Beispiel sei etwa die eID-Funktion des neuen Personalausweises, die aktuell nur 27 Prozent aller Ausweisinhaber frei geschaltet haben. "Das ist massiv hinter den Erwartungen zurück geblieben".

Unweit vom Veranstaltungsort "Station", wo Bitkom Trendkongress über die digitale Zukunft  in Berlin-Kreuzberg stattfand, lud Hitachi Europe Ltd. -unterstützt durch Frost & Sullivan- Kunden, Partner und interessierte Fachleute am 15. Oktober ins Hotel Adlon in Berlin zum Social Innovation Forum ein.

"Gesellschaftliche Innovation ist die Antwort auf jene Herausforderungen, denen sich Branchen und Industrien, wie das Gesundheitswesen, Energie, Transport sowie IT- und Kommunikationstechnologie, heutzutage gegenübergestellt sehen," erläuterte Frost & Sullivan Partner John Raspin in der Einladung.

"Erfolgreiche Innovatoren werden im Lauf der nächsten Jahre ein Spektrum an neuen Geschäftsmodellen entfalten, welche hervorragende Produkte mit kreativen Dienstleistungen zu Gesamtservicepaketen verbinden werden.

"Diese neue Generation der Innovatoren wird ein Gleichgewicht herstellen zwischen dem Gewinn der Stakeholder und einem verbesserten Leben für die Teilnehmer unserer Gesellschaft, indem sie sowohl den geschäftlichen Fortschritt als auch den unserer Gesellschaft weltweit im Fokus haben."

Urbanisierung - Smart Anythings - Industrie 4.0

Bis 2020, so die Prognose von Frost & Sullivan, werden 60 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Vor dem Hintergrund des exponentiell ansteigenden Bevölkerungswachstums werden sogenannte Mega Citys bzw. Mega Regions zunehmend an Bedeutung gegenüber einzelnen Ländern gewinnen. Mit dieser Entwicklung gehen Probleme einher, deren Ansätze wir bereits heute zu spüren bekommen:

- Wie können derartige Ballungsräume mit Energie, Nahrungsmitteln etc. versorgt werden?

- Wie kann eine reibungslose Mobilität für so viele Menschen in einer Stadt gewährleistet werden?

- Wie gehen wir vor diesem Hintergrund mit den uns zur Verfügung stehenen Ressourcen um?

Die Antwort: Die Städte müssen smarter und nachhaltiger werden.  

smart is the new green

Hinter dem Begriff Industrie 4.0 verbirgt sich -so Konzernchef Nakanishi- eine aktiv forcierte Umgestaltung von Produktionsabläufen, die zunehmend auf die Einbindung moderner Informations- und Automatisierungstechnik sowie die Bündelung verschiedener Kompetenzen in neuen Formen der Kollaboration setzt.

Dabei bedient sich die Industrie Technologien und Praktiken, die im alltäglichen Leben bereits fest etabliert sind:

Soziale Netzwerke, cloud- bzw. crowdbasierte Formen der Zusammenarbeit, die Demokratisierung von Informationen über das Internet, Big Data etc.

Auf diese Weise soll eine komplexe virtuelle Wertschöpfungskette entstehen, die durch kurze Entwicklungsprozesse und ein sich selbst optimierendes Produktionssystem gekennzeichnet ist.

Industrie 4.0 wird nicht nur von uns zum globalen gesellschaftlichen Internet der Dienstleistungen (Internet of Services) weiter gedacht.

Wir freuen uns!

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Wertschöpfung

besser gesagt sein Herzschrittmacher!

Carsten Knop schreib in seinem faz.net Blog:

"Nur diejenigen Konzepte, die den online-getriebenen Anforderungen der Kunden gerecht werden können, haben eine Chance zu überleben“, heißt es dazu im Papier von Mücke Sturm weiter.

Der traditionelle Handelskäufer sterbe aus und damit auch der traditionelle Handel.

Das sind lediglich Beispiele aus dem Handel, aus der Welt der Banken ließe sich ähnliches berichten.

Aber auch viele andere Branchen stehen durch die Vernetzung von Zulieferern, Produzenten, Maschinen und Produkten im Internet der Dinge vor einer radikalen Veränderung. Maschinen bestellen untereinander Waren und machen viele menschliche Tätigkeiten in den Wertschöpfungsketten dazwischen überflüssig, viele Entscheidungen werden automatisiert getroffen, andererseits müssen immer mehr Kundenbedürfnisse immer individueller befriedigt werden.

Neue Qualifikationen für die Mitarbeiter eines Unternehmens werden wichtiger: Sie müssen entweder programmieren können oder besondere Expertise in der Analyse der Datenmassen erwerben, die Unternehmen in ihrem wirtschaftlichen Handeln ansammeln.«