Die Auswirkungen von Umweltdynamiken auf die Unternehmensprozesse mit Artificial Intelligence rechtzeitig erkennen

design value ecosystemsBei niedrigen Umwelt-Dynamiken überraschen die Ereignisse im Umfeld die Prozessorganisation kaum.

Der Prozess kann als Trivialmaschine geplant werden. Der Ablauf-Struktur kann in einem Workflow-System abgebildet werden. Das Bewußtseinssystem, d.h. ihr Hirn, benötigen die Prozessbeteiligten kaum, um die Aufgaben zu abzuarbeiten. Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit sind die Merkmale der Prozess-Operationen.

Wird der Prozess mit den geplanten Eingangsleistungen richtig versorgt, liefert immer die geplanten Ausgangsleistungen: Input - Tools - Output.

Die Interaktionen zwischen einzelnen Prozess-Aufgaben sind kausal definierbar.

Die Operationsweise und Entscheidungswege der einzelnen Prozess-Aufgaben werden von prozessexternen Fachleuten vorgegeben, codiert bzw. programmiert, die Toleranzgrenzen festgelegt.

Störungen an Trivialmaschinen können nur durch externe Eingriffe von Fachleuten korrigiert werden (wenn die künstliche Intelligenz die
menschliche Intelligenz ersetzen sollte, wird dieses Merkmal obsolet. So weit sind wir noch nicht. Bis dahin brauchen wir Wartungsfachleute,
Instandhalter und ähnliche Berufsgruppen)

Der Prozess ist zwar kompliziert (nach dem Produktivstart oder der Inbetriebnahme empfinden die Prozessbeteiligten ihn subjektiv so), nach einer Weile beherrschen sie ihn und dann wird er aus ihrer Sicht trivial (objektiv).

Die Erwartungen der nachgelagerten Prozesse als Konsumenten der Ausgangsleistungen können eindeutig beschrieben werden.

Prozess-Fähigkeit zur Autodynamik ist nicht erforderlich, da ein vollautomatisierter Prozess seine Operationen im Verhältnis zu seinen Ergebnissen nicht selbst kontrollieren bzw. bei Bedarf seine Strukturen modifizieren muss. Anders als Bewusstseinssyteme und soziale Systeme bearbeiten die
Trivialmaschinen die Daten so, wie sie codiert worden sind. Sie fragen nicht nach dem Sinn ihres Tuns. Solche Prozesse sind codeverarbeitende Systeme.

Mit der Beschreibung ihrer Aufbau- und Ablauf-Struktur sowie ihrer Operationen, die sich bei jedem Durchlauf nach dem gleichen Muster wiederholen, wird somit das Wesentliche erfasst. ITTO oder SIPOC sind hierfür brauchbare Vorgehensweisen. Der Prozessablauf kann automatisiert und per Workflow bzw. ERP Tools wie SAP R/3 gesteuert werden. Zur Modellierung zwecks Automatisierung helfen dabei ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK), OMG BPMN, UML. Heute noch sprechen die meisten Experten vom Business Process Management, meinen dabei die Prozessautomatisierung sowie die Anwendung von solchen Modellierungswerkzeugen.

In Prozessorganisationen wie Fertigungs- oder Montageanlagen, in denen die codeverarbeitenden Automatisierungssysteme und das menschliche
Tun zusammenkommen, sind die Ansätze wie PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) für kontinuierliche Optimierung zielführend anwendbar. Die Prozessorganisation muss als soziales System betrachtet werden. Für die Organisationsgestaltung sind die Werkzeuge, Techniken und Tools der systemischen Organisationsentwicklung geeignet.

Fähigkeit zur Autodynamik ist der wichtigste Erfolgsfaktor, um die Prozess Performance zu bewerten.

Artificial Intelligence Lösungen im Beispiel Connected Cars

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Die hohe Dynamik in den unternehmensexternen wie -internen Prozessumwelten fordert die Prozessorganisation in der Industrie 4.0 Ära mit immer mehr Überraschungen in immer kürzeren Abständen heraus.

Die Entscheidungsprozesse gewinnen dadurch zusehends an Bedeutung, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die passende Idee zu finden und mit der positiven oder negativen Überraschung gekonnt umgehen zu können.

Im Verhältnis zu ihnen ist der repetitive Anteil der Prozessaktivitäten nach einem sich wiederholenden Muster gering. Das Anstreben nach einem hohen Automatisierungsgrad zur Gestaltung der AblaufsStruktur ist verlorene Mühe. Die Workflow Tools bzw. BPM Tools nutzen hier nicht. Das Bewußtseinssystem der Prozessbeteiligten, d.h. ihr Hirn, ist die Kernkomponente der Ablaufstruktur.

Die Nutzung von ERP Systemen inkl. BPM Tools ist im Hinblick auf die Digitalisierung neu zu denken. Business Process Management müssen wir mit neuen Ansätzen belegen, wo wir Clouds in den Mittelpunkt stellen (s. Grafik von bitkom).

Die Prozessorganisation ist ein selbstorganisierendes soziales System. Sie wandelt nicht bloß einen Input in einen immer gleichen Output um, sondern greift unter Zuhilfenahme ihres Gedächtnisses selektiv Irritationen von außen auf und transferiert diese dann in Outputs, die für Beobachter (Außenstehende) und nicht selten auch für sich selbst überraschend sind (Frei nach Heinz von Foerster).

Die Interventionen von aussen können zwar für die Prozessgestaltung unterstützend sein. Bei der operativen Arbeit wirken sie störend.

Die Prozessbeherrschung definiert sich über die Fähigkeit der Prozessorganisation, im Hinblick auf die Zielerreichung, d.h. Wertschöpfung, zwischen Vorher und Nachher zu unterscheiden.

Die Prozessorganisation kontrolliert ihre Aktivitäten im Verhältnis zu ihren Ausgangsleistungen und baut geeignete Strukturen auf: Prozess-Strukturen folgen den Prozess-Umwelten: structur follows environment.

Kontinuierliche Prozessoptimierung in der Industrie 4.0 sowie den Cyber Physical Systems gestaltet sich mit anderen Inhalten im Vergleich zu Prozessorganisationen mit einem hohen Automatisierungsgrad, erfordert andere Kompetenzprofile.

Die Entscheidungen, die infolge von Überraschungen getroffen werden, können richtig oder falsch sein, weil Wissen über sie fehlt oder unvollständig ist. Sie zu treffen erfordert Mut zum Risiko und zur Verantwortung. Mit getroffenen Entscheidungen wird keine Sicherheit gewonnen, nur die Differenz von der Prozessorganisation und ihren Umwelten in Risiko des Irrtums transformiert.

Autodynamik-Fähigkeit ist der wichtigste Erfolgsfaktor, um die Prozess Performance in der Industrie 4.0 sowie den Cyber Physical Systems zu bewerten.