agil schema by talcott persons

AGIL Schema vom amerikanischen Soziologen Talcott Parsons beschreibt die elementaren Fähigkeiten, die soziale Systeme zur Selbsterhaltung bzw. zum Überleben erfüllen müssen.

  • Adaptation - Anpassung

Die Fähigkeit eines sozialen Systems, auf die sich verändernden Umwelten zu reagieren, sich anzupassen. Ross Ashby lässt sich grüßen!

  • Goal Attainment - Zielverfolgung

Die Fähigkeit eines sozialen Systems zwecks Anpassung Ziele zu definieren und zu verfolgen.

  • Integration - Eingliederung

Die Fähigkeit eines sozialen Systems, Kohäsion (Zusammenhalt) und Inklusion (Einschluss) herzustellen und abzusichern. In unserem Management Modell sprechen wir vom Zusammenhalt von Strategie - Struktur - Kultur (Kohärenzkräfte).

  • Latency bzw. Latent Pattern Maintenance - Aufrechterhaltung

Die Fähigkeit eines sozialen Systems, grundlegende Strukturen und Muster der Wertekultur (, die sich in der Hinterbühne gestaltet) aufrechtzuerhalten.

Niklas Luhmann erweiterte die Theorie Parsons und verwendete den Begriff Operation und nicht Handlung. Nach Luhmann entstehen soziale Systeme, wenn Operationen kontextbezogen aneinander anschließen. Die Operation, in der soziale Systeme entstehen, ist Kommunikation.

Wenn eine Kommunikation an eine Kommunikation anschließt, entsteht ein sich selbst beobachtendes soziales System wie Unternehmensorganisationen.

Wenn Sie, liebe/r Leser/in, sich in den Themenfeldern Prozessmanagement oder Projektmanagement betätigen, werden Sie nachvollziehen, dass die Prozessorganisation nur dann entsteht, wenn sich seine Operationen (Tasks, Vorgänge, Aktivitäten) zu einem zweckgebundenen Netzwerk anschließen. Die Operation, in der die Prozessorganisation als soziales System, entsteht, ist Kommunikation.

1951 veröffentlichte Talcott Parsons das Modell AGIL Schema in seinem Buch The Social System. 

Agile Manifesto for Agile Software Development

Der kleinste gemeinsame Nenner aller agilen Vorgehensmodelle für Software Entwicklung - z.B. Scrum - soll das Agile Manifesto (Agiles Manifest) sein. Denkfehler: Agiles Projektmanagement begann mit dem agilen Manifesto. Nein. es begann Anfang der 90er des vergangenen Jahrhunderts. 

Vier Agile Manifesto (Agiles Manifest) Prinzipien sind (unsere Anmerkungen finden Sie hinzugefügt):

1. Individuen und Interaktionen haben Vorrang vor Prozessen und Werkzeugen

  • Prozesse beziehen sich im Agilen Manifest auf Methoden und nicht auf Prozessorganisation.
  • Individuen sind die internen Stakeholder des sozialen Systems Prozessorganisation.
  • Interaktionen bezeichnen die Kommunikation, die das Basiselement aller sozialen Systeme ist.

2. Lauffähige Software hat Vorrang vor ausgedehnter Dokumentation.

  • Werden Product Backlog und Sprint Backlog nicht dokumentiert?
  • Auch die Sprint-Teams sollten ihre Ergebnisse vor einem Done Check dokumentieren, empfehlen agile Vordenker.

3. Zusammenarbeit mit dem Kunden hat Vorrang vor Vertragsverhandlungen

  • Wer ist der Kunde?
  • Für Fixpreisprojekte sind die Vertragsverhandlungen ein kritischer Erfolgsfaktor.
  • Im Organisationsmodell für agiles Projektmanagement bilden sich Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehungen, z.B. Product Owner ist Auftraggeber des Auftragnehmers Sprint Team.

4. Das Eingehen auf Änderungen hat Vorrang vor strikter Planverfolgung

  • Product Backlog und Sprint Backlog sind Planungsinstrumente.
  • Ohne professionelle Planung und Grooming wird agiles Projektmanagement nicht funktionieren.  

Release Planung für agiles Projektmanagement

release grooming für agiles projektmanagement

Zu den Unterzeichnern des Agilen Manifests gehören Ken Schwaber, Mike Beedle und Jeff Sutherland, drei der Begründer von Scrum, und bekannte Vertreter der XP-Szene wie Kent Beck dazu.

Nur, die Welt ist so wie sie ist. Nicht wie wir sie gerne hätten.

Die Agile Manifesto (Agiles Manifest)-Verfasser schienen sich mit dem Prozessmanagement schwer getan zu haben.